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Dienstagabends, 20 Uhr im Goldenen Löwen in Sickershausen...
Am Dienstag ist es dann soweit,
die Schach-Cracks machen sich bereit.
Auf geht's dann nach Sickershausen
und man lässt die Steine sausen.
Angesagt ist ein Turnier im Blitzen,
da kommt gar mancher arg in Schwitzen.
Jeder hat nur der Minuten fünfe
auszuspielen seine Trümpfe.
Ob Caro-Kann, ob Sizilianisch
für manchen bleibt das alles Spanisch.
Weiß wird nun das Spiel beginnen,
ein jeder will den Sieg erringen.
Und schon nach kurzer Zeit
ist es wirklich dann soweit:
Ein Pferdchen wiehert, oh welch’ Pracht,
vereinsamt auf dem Feld h8.
Auch sein Bruder, was muss man sehn,
tut locker auf a4 jetzt stehn.
Ein König torkelt in des Brettes Mitten;
was hat der Ärmste alles schon erlitten.
Außer Atem steht er da,
denn überall lauert die Gefahr.
Da stürzt ein frecher Bauernlümmel
Sich tollkühn in das Kampfgetümmel.
Es hatte aber wenig Zweck,
Ein Läufer haut ihn wieder in den Dreck.
Doch auch er kriegt eines auf die Mützen
von des Turmes Donnerbüchsen.
Die Dame rennt jetzt kreuz und quer
über die Quadrate her,
dabei gerät sie in des Gaules Gabel
und endlich hält auch sie den Schnabel.
Manchmal hat man alles satt,
wenn dauernd droht ein Springermatt,
nebst Verlust von einem Turm,
denn den braucht man noch im Sturm.
Ein Läufer sitzt plötzlich in der Falle,
schnell macht ihn dort ein Springer alle;
und auch ein Landsmann sieht’s mit Verdruss,
dass man ihn nun opfern muss.
Ab und zu und dann und wann
mahnt eine sonore Stimme an:
„Bitte Ruhe im Turnier“!
Mir ist's wurscht und ich bestell mir noch’n Bier.
So wogt der Kampf dann immer weiter
und es stürzt manch ROSS samt Reiter,
da ist ein Turm nach vorn gestürmt,
ein anderer Turm - na ja, der türmt.
Plötzlich erdröhnt ein groß’ Geschrei:
„He Leut, jetzt ist die Stund’ der Polizei!“
Der Charly ist's mit rauem Klang,
in unseren Ohren tönt's wie Gesang.
Aber wir nehmen's ihm nicht krumm,
es schert sich eh kein Mensch darum.
Auf den schwarz-weißen Quadraten
nun die letzten müden Krieger waten;
die anderen sieht man wie tote Fliegen
schon außerhalb des Schlachtfelds liegen.
Sind dann verschwunden alle Krieger
feiert man den ersten Sieger.
Denn auch jetzt zur späten Stunde
folgt noch eine Ehrenrunde.
Denn es ist so wunderschön
kann man an Charlys Theke stehn.
Dort wird geordert Bier und Wein,
der Wein darf nur vom Storchen sein.
Der Zapfhahn rotiert jetzt rasend schnell
und es zischt der Lebensquell
in die Gläser und die Becher
zur Erbauung mancher Zecher.
Der Charly muss sich mächtig sputen,
vom Zapfen tun ihm schon die Finger bluten.
Es wird gelacht, gelabert und geröhrt,
der Thekenwirt wirkt leicht zerstört.
Von der Turmuhr schlägt es drei,
Charlys Geduld ist endgültig vorbei:
„Jedem füll ich noch den Krug,
doch dann hab' ich von euch genug!“
So trollen wir uns denn frohgestimmt:
Der nächste Dienstag kommt bestimmt!!
(von unserem leider verstorbenen Mitglied Günther Schätz)
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