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Die Deutsche Blitzeinzelmeisterschaft der Herren – der Höhepunkt des Jubiläumsjahres
Am Samstag, den 3. Dezember trafen sich 30 Spieler, um im historischen Sitzungssaal des Rathauses in Kitzingen den besten deutschen Blitzer zu ermitteln.
Im Vorfeld hatte der Verein umfangreiche Vorbereitungen zu bewältigen, die - angeführt von unserem 1.Vorsitzenden Martin Kwossek und unserem Organisator Wolfgang Walther - hervorragend gemeistert wurden. Da Schachspieler mit wachsender Spielstärke aber anscheinend durchaus kompli-zierter werden, mussten selbst am Spieltag noch ver-schiedenste Anliegen befriedigt werden. So wurden Zim-merwünsche erst bei der Anreise mitgeteilt, das Spiellokal nicht gefunden und manche Spieler erfuhren erst durch die Internetveröffentlichung durch uns von Datum und Ort des Turniers. Unser Team funktionierte aber reibungslos, so konnten alle Problemchen noch zu allseitiger Zufriedenheit gelöst werden.
Leider erfuhren wir erst am Vorabend des Turniers, dass ein Freiplatz für den Veranstalter bereitsteht, da einige Absagen eingingen. So konnte Kitzingens unumstrittener Blitzstar Istok Ferlan unglücklicherweise nicht antreten. Er hätte sicher eine sehr passable Rolle in diesem erlesenen Feld spielen können. Statt seiner war es an Karl-Heinz Kannen-berg, die Kitzinger Vereinsfarben zu vertreten. Als kurz vor Turnierbeginn ein weiterer qualifizierter Spieler fehlte, sprang unser Senior der 1. Mannschaft, Hans Nußbaumer, in die Bresche. Sicherlich der Höhepunkt seiner Schach-karriere.
Die Begrüßung im beeindruckenden Ambiente des histori-schen Sitzungssaales führte der Bürgermeister der Stadt, Franz Böhm, sowie der Kitzinger Hofrat mit Gefolge (vier charmante Weinköniginnen der Region) gewohnt launig und mit bemerkenswerten Erlebnissen zum Thema Schach durch. So berichtete der Bürgermeister, dass er mit dem späteren Nationalspieler und IM Peter Ostermeyer zur Schule ging und gab aus dieser Zeit einige Anekdoten zum Besten. Aus verständlichen Gründen blieben die Spieler zumeist bei Mineralwasser und verzichteten auf das „Achtele“.
Das Teilnehmerfeld war imposant, an der Spitze der 8-fache deutsche Blitzmeister und Titelverteidiger GM Klaus Bischoff und der Vorjahreszweite GM Bezold, der bereits 1990 in Kitzingen die bayerische Jugendblitzmeisterschaft gewann.
Aber auch das übrige Feld war beeindruckend, wie aus dem Endstand ersichtlich ist. Für beide Kitzinger war klar: jeder halbe Punkt ist ein Riesenerfolg.
Im Laufe des Turniers stellte sich heraus, dass die Favoriten auch diesmal die Oberhand behalten würden. Beide Topstars starteten relativ gemächlich, bekamen das Feld aber mehr und mehr in den Griff und um Runde 20 war klar, dass der Sieg zwischen Bischoff und Bezold entschieden würde.
Beeindruckend der Zuschauerandrang, mit dem nicht gerech-net wurde. Der Spielsaal erwies sich in den Schlussrunden fast als zu klein, zahlreiche Kiebitze drängten sich um die Spitzenbretter. Ralph Alt hatte aber keine Mühe, die inte-ressierten Beobachter – beileibe nicht nur Schachspieler, sondern auch Besucher des gleichzeitig am Marktplatz statt-findenden Weihnachtsmarktes – „in Schach zu halten“. Überraschend auch das faire und sympathische Verhalten der Teilnehmer: es gab keinen einzigen Protestfall, für ein Turnier dieses Kalibers nicht selbstverständlich. Auch für Verpflegung war ausreichend gesorgt, der Spielplan wurde exakt eingehalten und so stand gegen 19 Uhr der Sieger fest.
Offensichtlich waren alle Teilnehmer zufrieden mit dem Tur-nier, denn die nachfolgende Siegerehrung mit Abendessen „schwänzte“ kaum einer. Wir brachten die Teilnehmer nach Sickershausen, wo unser Charly und seine Frau ein üppiges und außergewöhnliches Buffet kredenzten, das für jeden Geschmack etwas bot. Kompliment!
Die Siegerehrung führte Martin Kwossek gemeinsam mit Ralph Alt durch. Er betonte insbesondere die angenehme Atmosphäre und bezeichnete das Turnier in Anbetracht des etwas engen Turniersaales scherzhaft als „das Turnier der kurzen Wege“. Dennoch war von allen Seiten nur Lob zu hören. Die Spieler ließen es sich dann auch nicht nehmen, den Abend gemütlich und ausführlich ausklingen zu lassen, wobei besonders die Chemnitzer Schachfreunde offensicht-lich Geschmack an Charlys gut sortierten Getränkekeller gefunden hatten.
Insgesamt also ein würdiges Ereignis, dass trotz mancher Unwägbarkeiten und immenser Vor- und Nacharbeit auch uns viel Spaß bereitet hat.
Unsere Teilnehmer schlugen sich achtbar. Karl-Heinz Kann-nenberg konnte immerhin IM Kohlweyer und IM Meister bezwingen. Insgesamt fehlte aber verständlicherweise weni-ger das schachliche Können als das Stehvermögen und die Abgebrühtheit der Blitzprofis. Dennoch waren beide sowohl mit ihrem Spiel, als auch mit dem Ergebnis hochzufrieden. Auch die Presse gab diesem Ereignis breiten Raum. Die „Kitzinger“ brachte ein Foto am Montag auf der Titelseite, ein ausführlicher Bericht folgte im Innenteil. Unser Mitglied Janosch Priebe, der für die „Main-Post“ schreibt, verfasste einen unterhaltsamen Bericht.
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